Klimaerwärmung
Umweltverbände fordern mehr Meeresschutz
Nach der Veröffentlichung des neuesten Sonderberichts des Weltklimarats IPCC fordern Umweltverbände verstärkten Schutz der Weltmeere und grössere Anstrengungen im Klimaschutz.
Greenpeace Schweiz plädiert angesichts des Drucks auf die Weltmeere für griffige Klimaschutzmassnahmen und verstärkten Schutz der Weltmeere und ihrer Ökosysteme vor Überfischung und Verschmutzung. Die Umweltorganisation fordert, im Rahmen der derzeit verhandelten Uno-Hochseeschutzabkommen, mindestens 30 Prozent der Meere unter Schutz gestellt werden sollen.
Bei der Planung von Meeresschutzgebieten spielt eine vorausschauende Sicht eine wichtige Rolle, wie Thomas Frölicher von der Uni Bern, Mitautor des IPCC-Berichts, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA verdeutlicht. Die Verbreitungsgebiete von marinen Arten verschieben sich aufgrund der Erderwärmung.
Weltmeere stoppten Klimaerwärmung eine Zeit lange Die Meere seien wichtige Verbündete der Alpenländer, liess sich Georg Klingler von Greenpeace Schweiz in einer Mitteilung der Umweltorganisation zitieren. Die Weltmeere haben die bisherige Klimaerwärmung zu einem erheblichen Teil abgepuffert.
Diese kühlende Wirkung falle jedoch bei anhaltend hohen Treibhausgasemissionen immer stärker weg, zitierte Greenpeace den IPCC-Sonderbericht. Unter den Folgen leiden auch die Alpenregionen. Die Umweltorganisation kritisierte die aktuellen Bemühungen des Parlaments für den Klimaschutz als unzureichend.
Meeressysteme unter gewaltigem Druck
Auch die «OneOcean Initiative», ein internationaler Zusammenschluss von NGO für den Schutz der Weltmeere, unterstrich in einer Mitteilung die Bedeutung des IPCC-Sonderberichts: Er fasse zusammen, wovor Meeresforschende und NGO seit Jahren warnen, nämlich dass die Meeressysteme unter dem kombinierten Druck von Überfischung, Verschmutzung und Klimawandel zu kollabieren drohen. Versauerung, zunehmend wärmere Wassertemperaturen und Verlust an Sauerstoff sind die Folgen.
«Wir sind über Weckrufe längst hinaus», liess sich Dan Laffoley Meeresschutzexperte der Weltnaturschutzunion IUCN in der Mitteilung von «OneOcean» zitieren. Jetzt sei aufgeklärtes Selbstinteresse nötig, um Massnahmen zum Schutz der Ozeane und des Klimas umzusetzen, die wiederum wichtige Lebensgrundlage der Menschheit seien.
Das Klimasystem reagiert nur langsam
Selbst bei raschen und entschiedenen CO2-Emissionsreduktionen reagiert das Klimasystem langsam und braucht Zeit, sich zu stabilisieren. Durch die Erwärmung angestossene Prozesse werden in den Ozeanen über Jahrhunderte in Gang bleiben.
Besonders wichtig sei deshalb, Stressfaktoren zu reduzieren, die sich kontrollieren liessen, um die Widerstandskraft der Weltmeere zu stärken. Dazu gehören etwa Überfischung, Verschmutzung, Zerstörung von Lebensräumen und Verlust von Artenvielfalt. Die Organisation ruft die Regierungen der Welt zu entschiedenem Handeln auf.
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