Kälte, Schnee, Nässe – die letzten Tage und Wochen liessen den Frühling gefühlsmässig weit wegrücken. Doch er nähert sich raschen Schrittes, und damit beginnt auch die Gartensaison schneller als gedacht. 

Wer schon lange mit dem Gedanken geliebäugelt hat, dieses Jahr zum ersten Mal Salate zu setzen, tut gut daran, sich jetzt noch in aller Ruhe mit der Planung zu befassen. Dabei hilft der neu erschienene Ratgeber «Der Salatgarten» von Joy Larkcom.

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Auf beinahe 300 Seiten verrät die über 80-jährige Autorin Tipps und Tricks, die beim Anbau helfen. Zudem listet sie unzählige Salatarten auf, die gesetzt werden können – gängige, aber auch spezielle.

Eine Hilfe für Salatbeet-Neulinge
Vor allem Neulinge im Salatsetzen profitieren von diesem Buch. Ihnen sei nahegelegt, mit dem letzten Drittel zu beginnen. Unter dem Kapitel «Gartenpraxis» vermittelt Larkcom wichtiges Grundwissen und gibt den Hobbygärtnern das Werkezeug mit, um ein Salatbeet erfolgreich zu bewirtschaften.

Die Kunst beginnt mit der richtigen Kultivierung der Böden. Sind sie zu trocken oder arm an Nährstoffen, wirkt sich das auf die Pflanzen aus: Ihre Blätter werden alles andere als saftig und zart – Eigenschaften, die man beim Salat nicht missen möchte. Dazu muss der Boden, die Speisekammer der Pflanzen, natürlich gepflegt werden. Mit welchen Düngemethoden welche Nährstoffe eingebracht werden, beschreibt die Autorin anschaulich und in einer gut verständlichen Sprache.

Die Fruchtfolge spielt eine Rolle
Mit Düngen allein ist es aber nicht getan. Daher erinnert der Ratgeber daran, auf Fruchtfolge oder Rotation zu achten. Nur durch geschickte Planung, durch das Setzen von nahen oder verwandten Pflanzen und dem Einhalten von dreijährigen Zyklen holt der Gärtner das Beste aus seinem Garten heraus. Dazu bedarf es einer einer längerfristigen Planung, die im Buch ebenfalls thematisiert wird.

Auf den letzten rund 80 Seiten des Ratgebers wird es praktisch: Wer sich zum Beispiel schon immer gefragt hat, wie man beim Jäten am besten vorgeht, erhält hier viele Tipps. Aber auch Abautechniken und das Giessen wollen gelernt sein. Hierzu findet der Leser ebenfalls viele Anleitungen.

Dass sie dereinst an einer Neuauflage ihres Ratgebers arbeiten würde, hätte sich Larkcom nie träumen lassen, als vor 15 Jahren die Erstfassung erschien. Doch der Erfolg gab ihr Recht. Und so erinnert sie sich im Vorwort zur überarbeiten Auflage, wie ihre Familie damals ihre ersten Pflanz- und Setzversuche in einem Schrebergarten machte und wie sie später zu einer experimentellen Gemüsegärtnerei in der englischen Grafschaft Suffolk wechselte. Kurz darauf liess sie sich mit ihrem Mann im Südwesten Irlands nieder – und kultivierte natürlich auch dort Salatgärten. Ihr Erfahrungsschatz wuchs dadurch weiter an. 

Auf die Idee, eine Neuauflage ihres Ratgebers zu verfassen, sei Larkcom nach eigenen Angaben gekommen, nachdem ihr bewusst geworden war, wie sehr sich das Angebot an Salatsorten für den Hausgarten in den letzten 30 Jahren erweitert hat. Bei der Auswahl der vorgestellten Sorten habe sie den Rat von Spezialisten berücksichtigt, um die besten Arten und Sorten zu präsentieren. «Wo immer das möglich war, stelle ich kompakte Sorten für kleine Gärten und Töpfe vor. Dabei sollen die dekorativen Sorten nicht nur den Körper, sondern auch den Geist erfreuen», hält sie im Vorwort des vorliegenden Buches weiter fest.

Wer den Tipps und Anweisungen folgt, wird mit seinem Salatgarten tatsächlich viel Freude haben. Einziger Wermutstropfen: Man hätte sich gewünscht, dass im umfangreichen Nachschlagewerk mit diversen Salatsorten auch die optimalen Anbauzeiten aufgelistet sind.

 

«Der Salatgarten – Anbau und Ernte»
(Joy Larckom)

Haupt Natur Verlag, 2018
288 Seiten mit durchgehend farbigen Abbildungen
ISBN 978-3-258-08042-0