Die Forschungsergebnisse teilte die Universität Zürich am Freitag mit. Die neue Methode lässt sich auch auf andere Flüsse übertragen.

Alle Organismen hinterlassen genetische Spuren in ihrer Umwelt, zum Beispiel durch Kot oder Hautpartikel. Deshalb können mittels DNA-Analysen die Artenvielfalt eines Ökosystems charakterisiert werden. Forschende der Universität Zürich und dem Wasserforschungsinstitut Eawag kombinierten nun erstmals solche Analysen mit hydrologischen Modellen, wie sie im Fachmagazin «Nature Communications» berichten.

Diese Kombination erlaubt, die Artenvielfalt grossräumig und hochauflösend zu ermitteln, auch in noch unbekannten Flussökosystemen. «Konkret ermöglicht der Ansatz Biodiversitäts-Hotspots zu identifizieren, die sonst übersehen werden könnten, und gezielte Schutzstrategien umzusetzen», liess sich der Ökologe Florian Altermatt, Letztautor der Studie, in der Mitteilung zitieren.

Modell stimmt mit Beobachtungen überein
Die Probe aufs Exempel machten die Wissenschaftler an der Thur. Sie modellierten die Artenvielfalt für das gesamte 740 Quadratkilometer grosse Einzugsgebiet des Flusses mit einer Auflösung von 1 Kilometer langen Flussabschnitten. Die Resultate des Modells stimmten überaus genau mit direkten Beobachtungen von lokalen
Wasserinsekten überein.

Viele Länder führen aktuell ein auf Umwelt-DNA basierendes Gewässer-Biomonitoring ein. Auch die Forschungsgruppe um Altermatt arbeitet derzeit an Richtlinien für die praktische Anwendung dieser Methode. Damit soll die Überwachung der Artenvielfalt für das rund 65'000 Kilometer lange Netz der Schweizer Flüsse und Bäche besser und einfacher gelingen.