Motion angenommen
Nationalrat will gegen Insektensterben vorgehen
Der Bundesrat soll rasch Massnahmen gegen Insektensterben ergreifen. Das verlangt der Nationalrat. Er hat am Freitag eine Motion des Aargauer BDP-Nationalrats und Imkers Bernhard Guhl angenommen.
Mit dem Vorstoss wird der Bundesrat aufgefordert, sämtliche Empfehlungen des Nationalen Massnahmenplans zur Gesundheit der Bienen landesweit rasch und konsequent umzusetzen. Dabei soll der Bund eng mit den Kantonen zusammenarbeiten und zur Finanzierung beitragen.
Weiter soll der Bundesrat den Insektenschutz in sämtliche Sektoren integrieren, ob Agrarpolitik, Raumplanung, Bildungspolitik oder Wirtschaftspolitik. Über den Stand der Bemühungen soll er regelmässig berichten.Vom Insektensterben seien nicht nur die Äpfel im Thurgau, die Kirschen in Basel-Land oder die Aprikosen im Wallis betroffen, schrieb Guhl in seinem Vorstoss. Gefährdet seien auch die Blumenpracht in den Alpen, die Amphibien, Fische und Vögel und letztlich die Menschen.
Bericht in diesem Sommer
Über den Vorstoss entscheidet nun der Ständerat. Der Bundesrat stellt sich nicht dagegen. Er sei sich des schlechten Zustands der Insektenvielfalt in der Schweiz bewusst und teile die Anliegen der Motion, schrieb er in seiner Stellungnahme. Trotz der bereits ergriffenen Massnahmen habe das Insektensterben bisher nicht aufgehalten werden können.
Die Ursachen seien grundsätzlich bekannt. Im Zentrum stünden die zersiedelte Landschaft, die intensive Landwirtschaft, die mangelhafte Qualität der Insektenhabitate und wachsende Lichtemissionen. Das Bundesamt für Umwelt wird demnächst in einem Bericht die Ursachen ausführlicher darlegen. Der Bericht soll als Basis für weitere Massnahmen dienen. Neu widmet sich auch eine parlamentarische Gruppe den Bienen. Diese wird von den Nationalräten Guhl und Mathias Reynard (SP/VS) geleitet.
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