Windenergie
Leisere Windanlagen dank gefiederten Rotorflügeln
Vogelflügel stehen der neusten Errungenschaft im Kampf gegen zu laute Windanlagen Pate. Gefiederte Flügel verringern den Lärm der Anlagen um durchschnittlich drei Prozent.
Die beiden Windanlagen in St-Brais im Berner Jura wurden im Juli 2017 mit der neuen Technik nachgerüstet, wie die Vereinigung zur Förderung von Windenergie am Mittwoch mitteilte. Bei starken Winden war die Anlage im Dorf aufgrund der besonderen topografischen Lage hörbar.
Messungen vor und nach der Nachrüstung ergaben eine Verringerung der Lärmbelastung der Rotoren um zwei bis vier Dezibel. «Bei einer Strasse wäre das vergleichbar mit einer Halbierung des Verkehrs», wird Akustiker Xavier Falourd von der Firma Prona zitiert.
Gefiederte Rotorflügel
Möglich machen die Lärmreduktion Kämme an den Rotorflügeln, die den Flügeln von Vögeln nachempfunden sind. Alle neuen Windanlagen sind nun standardmässig gefiedert. Alte Anlagen können nachgerüstet werden.
Die Kämme an den Flügeln führen dazu, dass die Windanlagen bei wenig Wind kaum mehr hörbar sind. Auch bei starken Winden kann man sich nun gemäss Mitteilung unter den Anlagen im normalen Plauderton unterhalten. Die Anlage in St-Brais kann nun dank der Kämme rund um die Uhr ohne Einschränkung Strom produzieren.
Viele neu geplante Windparks in der Schweiz stehen heute im Gegenwind, unter anderem wegen der Lärmbelastung. Mit der Energiestrategie 2050 des Bundesrates soll die Stromproduktion aus Windenergie in der Schweiz deutlich ausgebaut werden, auf 4,3 Terawattstunden bis 2050. Das erfordert den Bau von rund 600 bis 800 Windenergieanlagen oder 60 bis 80 Windpärken mit je zehn Anlagen.
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