Der Kiesabbau in den letzten Jahrzehnten hatte die Flachwasserzonen beim Alpnachsee verschwinden lassen. Der Obwaldner Kantonsrat hat am Donnerstag einem Planungskredit für die Uferaufwertung zugestimmt und eine Kürzung abgelehnt.

Mit 40 zu 3 Stimmen bei 9 Enthaltungen segnete das Parlament den Kredit von insgesamt 1,05 Millionen Franken ab. Das Geld fliesst in die Ausarbeitung des Bau- und Auflageprojekts und des Umweltverträglichkeitsberichts, in die Anpassung der Schutz- und Nutzungsplanung «Städerried» sowie die Arbeiten bis zur Projektbewilligung.

Einsparungen in Millionenhöhe
Im Zentrum des Projekts steht die Wiederherstellung und Aufwertung von Flachmooren und Flachwasserzonen in den durch die Kiesbaggerungen entstanden Buchten und Baggerlöchern. Es bildet zusammen mit den Projekten Hochwassersicherheit Sarneraatal und Sarneraa Alpnach das letzte Glied der gesamtheitlichen Planung der Wasserbaumassnahmen an der Sarneraa vom Sarnersee bis zum Alpnachersee.

Das Schüttvolumen beträgt bis zu 1,15 Millionen Kubikmeter. Für die Schüttungen soll Aushub- und Ausbruchmaterial aus den aktuellen Grossprojekten im Kanton Obwalden wie auch von ausserkantonalen Projekten verwendet werden.

Kritik an fehlender Kosteneinschätzung In der vorberatenden Kommission wurde bemängelt, dass keine Kostenschätzung für das Gesamtprojekt vorliege. Baudirektor Hess sagte im Rat, durch das Wegfallen von Deponiekosten könne der Kanton in einer ersten Etappe unter dem Strich rund 1,5 Millionen Franken einsparen.

An Revitalisierungsprojekten beteiligt sich der Bund mit einem Anteil von 35 Prozent bis 80 Prozent an den anrechenbaren Projektkosten. Baubeginn für die Aufwertung ist im Januar 2020 vorgesehen.