Aktuell gelten 42' 108 Arten als bedroht. Die Rote Liste der Bedrohten Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) umfasst 150' 000 Arten und ist bei weitem nicht vollständig, Denn heute sind 1.89 Millionen Arten bekannt. Die Mitglieder-Zoos des VdZ setzten sich in mehreren Bereichen für die Arterhaltung ein: Sie sind Teil von Zuchtprogrammen, die dazu beitragen, gefährdete Arten zu erhalten und ihre Bestände zu stabilisieren. Sie setzen sich mit über neun Millionen Euro pro Jahr für für nationale und internationale Artenschutzprojekte vor Ort bei. Im Jahr 2021 wurden 417 Tiere aus 17 Arten mit grossem Aufwand ausgewildert. 

Zoos tragen aktiv zur Arterhaltung bei 

«Wie können wir gemeinsam möglichst viele Tierarten retten? Das muss doch die Frage sein, die uns alle bewegt», bekräftigt Volker Homes, Geschäftsführer des VdZ. «Unsere Zoos sind global bereits gut vernetzt, aber dass sie die Aufgabe nicht alleine stemmen können, liegt auf der Hand. Wir benötigen die Anstrengungen der Politik, der Wirtschaft, der Naturschutzorganisationen und der gesamten Gesellschaft. Wir müssen jetzt unsere Kräfte bündeln und gemeinschaftlich darauf konzentrieren, natürliche Lebensräume zu erhalten und eine gute Zukunft für alle, Menschen und Tiere, zu schaffen.» Der Verband für Zoologische Gärten umfasst 71 Zoos, die jährlich von rund 40 Millionen Menschen besucht werden.  

Das Zoos bereits eine grundlegende Funktion im Artenschutz erfüllen, wurde gerade wieder deutlich. Eine viel beachtete Studie des Londoner Institute of Zoology (ZSL) wertete den weltweiten Bestand der Tierarten anhand der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) aus. Aktuell gelten 84 Tier- und Pflanzenarten als in der Wildnis ausgestorben und sind nur noch in Zoos, Aquarien, botanischen Gärten oder Saatgutbanken zu finden. Andere Arten, wie der Europäische Wisent oder das Goldene Löwenäffchen, wurden durch die Anstrengungen von Zoos wieder im ursprünglichen Lebensraum angesiedelt. 

Moderne Zoos unterstützen den Schutz von Wildtieren auch durch Forschung und Bildungsarbeit. Sie führen eigene Forschungsprojekte in der Biologie, Veterinärmedizin, den Sozialwissenschaften und in weiteren Bereichen durch und tragen so zum Wissensgewinn bei. Die gesammelten Erkenntnisse sind zugänglich und ermöglichen den Akteuren im Naturschutz faktenbasierte Entscheidungen. Durch ihre Bildungsprogramme tragen Zoos auch dazu bei, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des Artenschutzes zu sensibilisieren und zu informieren. 

Zunehmende Bedrohung für Meerestierarten 

Am 9.Dezember 2022 stellte die Weltnaturschutzunion (IUCN) die neuste Aktualisierung der Roten Liste der bedrohten Tier- Und Pflanzenarten vor. Das Fazit: eine Vielzahl von Bedrohungen für Meeresarten. Über 1' 550 der 17' 903 Meeresbewohner sind bedroht. Für 41 Prozent davon ist die Klimakrise ein Faktor für das Verschwinden. Zu den untersuchten Tieren gehören auch Seekühe, oder Dugongs. Vor der ostafrikanischen Küste gibt es noch 250 Tiere und vor der Neukaledonischen noch 900. Laut dem WWF landen Dugongs oft als Beifang in Fischereigeräten, werden gewildert oder durch Boote verletzt. Seegrasbestände, welche die Hauptnahrung der Dugongs bilden, werden zunehmend durch Schleppnetze und die Meeresverschmutzung beschädigt.