Die Organisationen Ärzte für Umweltschutz (AefU), Oberwalliser Gruppe für Umwelt und Verkehr (OGUV), Pro Natura Oberwallis und WWF Oberwallis stützen sich auf ein Gutachten, das die von Lonza vorgenommene Risikobewertung anzweifelt.

Da das Vorkommen von Benzidin nicht in allen Bereichen der Deponie analysiert worden sei, könnte die effektive Menge der toxischen Substanz doppelt so hoch oder noch höher sein, als von der Lonza grob geschätzt, warnen sie in einer Medienmitteilung vom Donnerstag

Das krebserregende Benzidin stammt aus Abfällen, die Lonza zwischen 1918 und 1978 in Gamsen, einem Dorf zwischen Brig und Visp, deponiert hat. Nach Angaben von Lonza entstand das Benzidin vermutlich als Nebenprodukt bei der chemischen Produktion. 2011 wurde die Deponie mit insgesamt rund 1,5 Millionen Kubikmetern chemischen Produktionsrückständen geschlossen.

Sanierung bis in spätestens 15 Jahren

Die Umweltverbände fordern den Chemiekonzern auf, den Standort bis spätestens in 15 Jahren sicher und endgültig zu sanieren. Lonza wisse seit 2008 Bescheid über das Benzidin in der Deponie.

Der Beginn der ersten Sanierungsphase der Deponie in Gamsenried ist laut Lonza für 2023 oder 2024 geplant und soll rund zehn Jahre dauern. Dafür hat das Unternehmen 290 Millionen Franken zurückgestellt. Lonza geht davon aus, dass der Betrag den Grossteil der gesamten Sanierungskosten abdecken werden.