Der Bär hatte im vergangenen Mai für Aufsehen gesorgt, als er in der Gemeinde Eriz fotografiert werden konnte. Der Kanton Bern feierte die Rückkehr seines Wappentiers damals als «historischen Moment».

Im Lauf dieses Jahres wurde der Bär noch mehrmals gesichtet. Seit dem 11. September fehlen aber Hinweise auf seinen Aufenthaltsort, wie die bernische Volkswirtschaftsdirektion am Donnerstag mitteilte.

Ob das scheue Tier noch im Kanton Bern lebt oder sich wieder auf Wanderschaft begeben hat, ist nicht bekannt. Klar scheint nur, dass sich der Bär mit der wissenschaftlichen Bezeichnung M29 in den kommenden Wochen in ein Winterlager zurückziehen wird.

Aus dem Leben von M29
Auf die Welt kam er laut Kora, der Koordinationsstelle für Raubtierökologie und Wildtiermanagement, wohl im Winter 2013 im norditalienischen Naturpark Adamello-Brenta. Im September 2014 wurde er erstmals genetisch identifiziert. Nach der Trennung von seiner Mutter F09 wanderte M29 Richtung Westen.

Die Schweizer Grenze überquerte er sehr wahrscheinlich Ende April 2016 westlich des Splügenpasses. Auf 2900 Metern wurde er von einem Berggänger fotografiert. In der Folgezeit hielt sich das Tier in den Kantonen Graubünden, Uri und Schwyz auf. In diesem Frühling wurde er im Urseren-, Göschenen- und Meiental (Kanton Uri) beobachtet.

Spuren auf dem Sustenpass
Nun begann sich der Bär grossräumiger zu bewegen. Im Mai 2017 wurden Spuren auf dem Sustenpass gefunden, der die Kantone Uri und Bern verbindet. Am 26. Mai folgte das berühmte Foto in Eriz. Ein genetischer Nachweis gelang erst wieder im September 2017 im Gental (Gemeinde Innertkirchen). Danach verliert sich die Spur des Bären.

Mit vier Jahren gilt dieser nun als erwachsen. Und ein Problembär ist er bislang definitiv nicht: Der einzige bekannte Schaden, den er in der Schweiz anrichtete, geht auf den 17. April 2017 zurück. Damals brach M29 in ein Bienenhäuschen im Kanton Uri ein.