Hintergrund der Veranstaltung, die von Insect-Respect und BildLife Schweiz durchgeführt wird, ist eine dramatische Erkenntnis: Forschungen zufolge sind bis zu 45 Prozent der Insektenarten gefährdet. Da ist guter Rat teuer. Um Lösungen zu diskutieren, treffen sich heute Experten und Vertreter von Umweltverbänden in Aarau. Doch es soll nicht nur geredet, sondern auch gehandelt werden. Ziel des schweizweit ersten Tages der Insekten ist es daher zugleich, mit der Umsetzung konkreter Kooperationsprojekte zu beginnen.  

In der Einladung steht dazu: «Die Teilnehmer sollen sowohl über den aktuellen Stand der Wissenschaft in Bezug auf den Zustand der Insekten in der Schweiz informiert werden, als auch mit konkreten Praxistipps erfahren, was sie kurz-, mittel- und langfristig in ihrem Wirkungskreis verändern können, um insektenfreundlich zu handeln.» 

Zehn gute Gründe,
Insekten zu respektieren

1. Ökosystem: Insekten geben der Natur mehr Widerstandskraft.
2. Bestäubung: Insekten halten die Pflanzenwelt am Leben.
3. Kreislauf: Insekten sind ein wichtiger Teil der Nahrungskette.
4. Futter und Essen: Insekten sichern die Welternährung.
5. Hygiene: Insekten befreien uns von «Müll».
6. Böden: Insekten machen unsere Erde fruchtbar.
7. Kleidung: Insekten sind für die Textilproduktion unentbehrlich.
8. Industrie: Insekten produzieren Chemikalien.
9. Medizin: Insekten heilen.
10. Forschung: Insekten sind wissenschaftlich äusserst wertvoll.

(Quelle: Insect Respect)

Respekt statt Ablehnung gegenüber den Insekten
Des weiteren wird auf die Wichtigkeit der Insekten hingewiesen. Statt sie zu bekämpfen, solle man sie endlich respektieren. Denn sie übernehmen viele wertvolle Funktionen (siehe Box). 

Auf dem Kommunikations- und Promotions-Portal «lifepr.de» lässt sich Organisator Hans-Dietrich Reckhaus, Geschäftsführer des Biozidunternehmens Insect-Respect, mit den Worten zitieren: «Insekten sind für unsere Gesellschaft unabdingbar und wir brauchen unternehmerische Lösungen gegen das Insektensterben». Als Initiator des Gütezeichens Insect Respect für einen neuen Umgang mit Insekten gelte er in in seiner Branche als Pionier und «Beispiel für unternehmerische Verantwortungsübernahme». 

Seinem Engagement gegen das Insektensterben wird in der Einladung mit Worten des renommierten amerikanischen Entomologen Edward Wilsons Nachdruck verliehen. Er hat errechnet, dass die Menschen ohne Insekten nur wenige Monate überleben könnten. 

Aus einem ähnlichen Grund engagiert sich BirdLife Schweiz als Mitorganisator am ersten Tag der Insekten: «Ohne Insekten gibt es auch keine Vögel – in der Natur hängt alles zusammen», sagt Werner Müller, Geschäftsführer von BirdLife Schweiz. «Aber um sie zu schützen, müssen wir Menschen ebenfalls in Zusammenhängen denken und auf Kooperation setzen». 

Durch die heutige Tagung will der Verband mit schweizweit 65‘000 Mitgliedern das Netzwerk der Akteure für Insekten stärken und weiteren Projekten für Biodiversität zum Durchbruch verhelfen.