Wildtiere: Liechtenstein/Schweiz
Keine Fälle von Tuberkulose entdeckt
Die Gesundheit von Wildtieren wird in der Schweiz mit einem breit angelegten Programm überwacht. Dabei wurden keine Tuberkulose-Fälle entdeckt.
Es ist Aufgabe der Jägerschaft und der Wildhut, den Gesundheitsstatus des Wildes zu beobachten und auffälliges Wild zu melden. Laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) zeigen Untersuchungen von Wildtieren, dass es in der Schweiz und in Liechtenstein keine Hinweise für Krankheitsfälle von Tuberkulose gibt. Da in Österreich immer noch Fälle von Tuberkulose beim Rotwild vorkommen, bleibt das Risiko der Einschleppung dieser Tierseuche in den heimischen Wildbestand weiterhin bestehen.
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Fund- und Schussorte der zwischen Januar und Dezember 2017 untersuchten Wildtierproben im Tuberkulose-Überwachungsgebiet (FL: gelb; CH: orange).
Sinnvolle Beobachrtung der Gesundheit
Tierseuchen können zwischen Wild- und Nutztieren übertragen werden. Ein Gesundheitsmonitoring beim Wild ist daher in zweierlei Hinsicht äusserst sinnvoll. Indem der Gesundheitsstatus von Wildtieren überwacht und Krankheiten früh erkannt werden, kann nicht nur die Gesundheit von Wild, sondern indirekt auch die der Schweizer Nutztiere geschützt werden.
Beim Gesundheitsmonitoring Wild handelt es sich um ein breit angelegtes Programm zur Früherkennung von Krankheiten bei Wildtieren. Dazu werden schweizweit verschiedene Wildtierarten – vom Säugetier über Vögel bis zur Amphibie – auf Krankheiten und Seuchen überwacht und untersucht.
Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Jägerschaft und der Wildhut zu: Sie sind laut BLV verpflichtet, gemäss Tierseuchenrecht (Meldepflicht gemäss Art. 61 der Tierseuchenverordnung) bei Auffälligkeiten oder bei Verdacht auf ein krankes Tier eine amtliche Tierärztin oder einen amtlichen Tierarzt beizuziehen. Mit dieser Regelung sollen Seuchenfälle beim Wild frühzeitig erkannt werden.
Fachinformation für Jägerschaft und Wildhut
Viele Veränderungen im Tierkörper können von blossem Auge nicht eindeutig einer Krankheit zugeordnet werden und verlangen deshalb eine genaue Abklärung in einem Untersuchungslabor. Mit dem Gesundheitsmonitoring Wild soll laut BLV sichergestellt werden, dass auffällige Wildtiere untersucht und von Fachexperten des Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (FIWI) der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern beurteilt werden. Wird im Labor ein Seuchenverdacht festgestellt, werden die zuständigen Veterinär- und Jagdämter verständigt, die abhängig von der Situation Massnahmen treffen.
Tierseuchenspezifische Programme
Mithilfe der gesammelten Daten werden Veränderungen (Frequenz, Ausbreitung, Wirtsspezies, Ausprägung) im Vorkommen von Krankheiten und Seuchen dokumentiert. Ergibt sich aufgrund der Untersuchungsergebnisse heimischer Wildtiere oder aus der Einschätzung der Situation in den Nachbarländern ein Bedarf an weiteren Abklärungen, können Tierseuchen-spezifische Früherkennungs- und Überwachungsprogramme lanciert. Das Gesundheitsmonitoring Wild wird in Zusammenarbeit des BLV, des Bundesamts für Umwelt (BAFU) und des FIWI durchgeführt.
Spezialprogramm Tuberkulose beim Wild
In den vergangenen Jahren wurden beim Rotwild in Westösterreich vermehrt Fälle von Tuberkulose festgestellt. Um eine Einschleppung in die Schweiz früh zu erkennen und Massnahmen zu ergreifen, gibt es seit Juni 2014 in einem definierten Gebiet in der Ostschweiz und dem Fürstentum Liechtenstein ein Tuberkulose-spezifisches Programm bei Wildtieren. Einerseits werden Wildtiere risikobasiert überwacht, das hiesst Fallwild und Hegeabschüsse von Rotwild, Gämsen, Steinböcken, Rehwild, Schwarzwild und Dachsen werden ganzjährig untersucht. Andererseits wird gesundes Rotwild mittels Stichprobe untersucht, um frühe Formen der Tuberkulose nachweisen zu können. Dieses Programm wird unter der Leitung der Ostschweizer Kantone St. Gallen und Graubünden sowie dem Fürstentum Liechtenstein durchgeführt und vom BLV unterstützt.
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