Eisbären
Die Überlebenschancen schwinden
Der WWF Schweiz ist besorgt. In einer Medienmitteilung vom letzten Dienstag berichtet er, dass der Winter 2018 Rekordwärme gebracht habe. Bereits gehe das Eis wieder auf breiter Basis zurück.
Den Rückgang des Eises hat das National Snow and Ice Data Center beobachtet. Auf dessen Studien beruft sich der WWF Schweiz. Ebenfalls stark am Schmelzen seien gleichzeitig die Ambitionen in der Schweizer Klimapolitik, beklagt der WWF Schweiz weiter: Der Bundesrat wolle das Tempo beim Klimaschutz gegenüber heute halbieren.
Die Folgen seien bald auch in der Arktis zu spüren, wo momentan noch Winter herrsche. Doch habe man in der nördlichsten Wetterstation im Norden Grönlands fast viermal so viele Taustunden registriert wie im bisherigen Rekordwinter. Dort sollten liegen die Temperaturen in der Regel bei 20 bis 30 Grad unter Null. Doch das habe sich geändert, und auch die Eisfläche sei im Januar und Februar kleiner gewesen als im vergleichbaren Zeitraum seit Messbeginn.
Die klimabedingte Eisschmelze bringt auch Probleme für die Eisbären: Sie brauchen das Packeis für die Nahrungssuche. Wenn sich die Fläche allerdings halbiert, schwindet auch die Lebensgrundlage der Tiere, und damit verringern sich ihre Überlebenschancen. Laut WWF Schweiz werden sich diese Probleme in den nächsten Monaten verschärfen, weil die Eismenge bereits jetzt gering ist.
CO2-Gesetz: Bundesrat will Ziele halbieren
Diese Entwicklung sei ebenso unübersehbar wie unheilvoll, schreibt der WWF Schweiz. Er moniert, dass der Bundesrat trotz dieser Tatsachen die Schweizer Klimaziele faktisch halbieren wolle: Statt wie heute um 2 Prozentpunkte pro Jahr sollen die Schweizer CO2-Emissionen im Inland ab 2020 nur noch um 1 Prozentpunkt pro Jahr sinken. So stehe es im bundesrätlichen Entwurf zum neuen CO2-Gesetz.
«Die Schweiz muss ihre Ambitionen im Klimaschutz verdoppeln statt halbieren, wenn ihr Menschen und Artenvielfalt am Herzen liegen», lässt sich Patrick Hofstetter, Leiter Klima und Energie beim WWF Schweiz, am Dienstag zitieren. Ab Herbst könne das Parlament das CO2-Gesetz entsprechend anpassen und damit auch die Schweizer Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen einlösen.
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