Südostasien
115 neue Arten in der Mekong-Region entdeckt
Im Jahr 2016 wurden in der Gross-Mekong-Region in Südostasien 115 neue Arten entdeckt. Dies geht aus einem Bericht des WWFs hervor, der darin die Arbeit von Hunderten von Wissenschaftlern zusammenfasst.
Eine Krokodilschwanzechse und eine Schneckenfresser-Schildkröte gehören zu den 115 mitunter skurrilen Arten, die in diesem Jahr in der Mekong-Region in Südostasien neu entdeckt wurden. Zu den Neuentdeckungen gehören laut der Naturschutzorganisation WWF elf Amphibien, zwei Fische, elf Reptilien, 88 Pflanzen und drei Säugetiere aus Kambodscha, Laos, Myanmar, Thailand und Vietnam.
«Im Schnitt wurden am Mekong im letzten Jahr jede Woche zwei neue Arten entdeckt und rund 2500 in den letzten 20 Jahren», erklärte Artenschutzexperte Arnulf Köhncke vom WWF Deutschland am Dienstag in Berlin. Dies lasse «erahnen, mit was für einem unglaublichen Artenreichtum wir es in der Region zu tun haben».
Kaum entdeckt sind viele der neuen Arten laut WWF bereits bedroht. «Leider haben wir es am Mekong mit einem fürchterlichen Raubbau an der Natur zu tun», kritiserte Köhncke. Seit den 70er Jahren würden dort jährlich etwa 13'000 Quadratkilometer Wald durch illegalen Holzeinschlag zerstört. Ausserdem seien derzeit rund 150 Wasserkraftwerke geplant, die den Lebensraum zahlloser Wasserlebewesen zu zerstören oder zerschneiden drohten. «Viele weitere Arten könnten so aussterben, bevor wir überhaupt von ihrer Existenz erfahren», warnte der WWF-Experte.
Echse, Schildkröte, Fledermaus
Die neu entdeckte vietnamesische Krokodilschwanzechse, deren Artenname in der Fachsprache Shinisaurus crocodilurus vietnamensis lautet, ist eine mittelgrosse Schuppenechse, die in abgelegenen und immergrünen Wäldern von Südchina und Nordvietnam lebt. Sie ist laut der Umweltorganisation WWF stark bedroht durch die Zerstörung ihres Lebensraumes, insbesondere durch Kohleabbau, und die Jagd auf sie für den Lebend-Tierhandel. Von der Art gebe es schätzungsweise nur noch 200 Exemplare.
Die Schneckenfresser-Schildkröte (Malayemys isan) wurde nicht etwa in einem Fluss oder Wald entdeckt, sondern auf einem Markt im Nordosten Thailands. Einem Wissenschafter fiel das besondere Tier auf. Die Art ist laut WWF vor allem durch den Bau von Strassen, Deichen und Dämmen bedroht.
Auch die Berghufeisennase (Rhinolophus monticolus) wurde als neue Art bestimmt. Die Fledermaus mit der hufeisenförmigen Nase könnte Teil der «Star Wars»-Besetzung sein, scherzten die Tierschützer.
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